Die SPD-Fraktion im Freiberger Stadtrat begrüßt die als Ausgleichsmaßnahmen vorgesehenen Aufforstungen im Stadtgebiet Freiberg. Im Folgenden stellt das Mitglied R.Hoffmann Gedanken zur Durchführung dieser Maßnahmen vor, die auf seinen eigenen Erkenntnissen und Erfahrungen im Waldbau basieren.


Aufforstung am Herrenweg als Ausgleich für den Eingriff bei der Erschließung des Gewerbegebiets Nord-West
Vorlage 2013/154

Grundsatz:

Es ist das Ziel der Aufforstung zu bestimmen:
* möglichst Rückkehr zur ursprünglichen Bestockung (Eiche, Buche):
* Reinbestockung
* Edellaubholztyp
* schnellwüchsige Bestockung
-Reinbestockung:

Traubeneiche, evtl. nach etwa 25 Jahren ein Unterbau mit schattenliebenden Baumarten, wie Rotbuche oder Winterlinde, dadurch Rückbildung der unteren Äste der Eichen. Ziel ist die Gewinnung von Wertholz (Furnierholz).

-Edellaubholztyp:
Traubeneiche60 % Bergahorn 20 % Winterlinde 5 %
Esche 5 % Bergulme 5 % Hainbuche 5 %

Zu empfehlen ist auch der Anbau von Weißtanne (ca. 10 %). Diese Baumart ist in Sachsen nur noch wenig vertreten, sodass deren Förderung wichtig ist.

-Schnellwüchsige Bestockung:

z.B. Erlen, Pappel, weniger wertvolles Holz aber durch den schnellen Wuchs, evtl sogar größeres Pflanzgut verwenden, deutlich weniger Kulturpflege, die nach 2 oder 3 Jahren bereits rückläufig sein kann und zeitigere Holzernte (ca. 20 Jahre, Industrieholz). Diese Bestockung begünstigt auch den späteren Unterbau von z. B. Rotbuche. Die Schnellwüchsig-keit dieser Baumarten begünstigt auch die Humusbildung, sodass diese Böden schneller als Wasserspeicher für Hochwasserschutz zur Verfügung stehen. Durch die abhängige Lage der Fläche könnte auch die notwendige Feuchtigkeit vorhanden sein.

Waldrandgestaltung: Holunder und Salweide kommen als Pionierpflanzen von selbst und brauchen nicht extra angepflanzt werden. Ein Wildschutzzaun ist unerlässlich.

Genehmigungsverfahren: Entscheidende und federführende Behörde ist das Landratsamt Mittelsachsen, Abt. Umwelt, Forst und Landwirtschaft (Frau Sitarzik, Tn-Nr., 03731/7994156).

Bei Aufforstungen über 2 ha werden nach meiner Erfahrung u.a. folgende Ämter einbezogen:
-Landratsamt, Abt. Landwirtschaft,
-untere Forstbehörde,
-untere Naturschutzbehörde,
-Amt für integrierte ländliche Entwicklung
-Bodenschutz,
-evtl. wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung gefordert.
Die untere Naturschutzbehörde ist also nur ein Teil des Verfahrens.
Freiberg, den 01.08.2013 Reiner Hoffmann