Wie das Stadttheater in Freiberg entstand

Das nachfolgende ungewöhnliche Ratsprotokoll beweist, dass sich der Rat der ehrbaren Stadt Freiberg 1791 Gedanken machen musste, das „müssig in Cassen liegende Geld" unter zu bringen. Da kam der Brief eines gewissen Gotthelf Engler gerade recht, in dem er sein neuerbautes Schauspielhaus nebst Inventario für 2100 Taler anbot. So erhielt schließlich nach gründlicher Prüfung Freiberg als erste Stadt der Welt ein eigenes Theater, was dem (geistigen) Nahrungsstand der Bürgerschaft zweifellos zum Gewinn gereichte..

Auszug aus dem Ratssitzungsprotokoll vom 27.06.1791
In einem eingereichten Schreiben bietet H[er]r Johann Gotthelf Engler sein im vorigen Jahre neuerbauetes Schauspielhaus nebst Inventario  E[inem] E[hrbaren] Rathe zum Kauf für 2100 Th[a]l[e]r an. Wie nun Senatus hiervon im Fall wegen des Kaufgeldes mit selbigem nach Billigkeit überein zu kommen nicht abgeneigt wäre, da eines Theils Geld müssig in Cassen lieget und schwer unterzubringen, andern Theils aber in verschiedener Rücksicht für besser erachtet wird, wenn dieses Haus in den Händen der Obrigkeit sich befindet, wie denn auch dasselbe, nach einem gemachten Uiberschlage, ziemlich gut zu nutzen und durch die Erfahrung sich bestätiget, dass überhaupt durch die Schauspiele der Nahrungsstand der Bürgerschaft gewinne; So wird dem Herrn Cämmerer Zeisig, Herrn Senator Freiesleben, Herrn D[octor] Schubarth und Herrn Creissteuereinnehmer Wolke aufgetragen, die Beschaffenheit und den Wert des Schauspielhauses zu untersuchen, und von dem Befinden Relation zu thun.

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