Ein bisschen Bauchweh bleibt

Freiberger Stadträte diskutieren lange über die Ausrichtung des Tages der Sachsen 2012 und stimmen am Ende doch deutlich dafür

VON THOMAS REIBETANZ

Zu Diskussionen führte auch die Frage nach der Finanzierung dieses Festes. So gab Heinrich Oettel (SPD) zu bedenken, dass alle Städte, die den Tag der Sachsen bisher ausgerichtet haben, am Ende ein dickes Minus verzeichnen mussten. Mittweida 2009 sei ein warnendes Beispiel. Dem entgegnete Kulturamtsleiter Schwinger, dass zum einen 700.000 Euro vom Freistaat fließen würden, und zum anderen Vereine und Verbände den Hauptteil des Programms gestalten sollen, also wenig Kosten für Künstler entstehen. Zum Abschluss der Debatte zog Wolfgang Heinemann (CDU) schließlich die Trumpfkarte Gefühl:
"Wir sollten nicht debattieren, sondern an die Menschen in Großenhain denken. Aus Solidarität müssen wir einspringen"

Wie nebenstehender Ausschnitt aus einem Freie Presse- Artikel vom 07./08. August belegt, hat sich auch unsere Fraktion an der recht lebhaften Diskussion beteiligt. Ich habe dabei noch zu bedenken gegeben, dass unser Engagement für ein weiteres Großevent innerhalb eines Jahres sicher von Außenstehenden nicht nur positiv aufgenommen werden wird. Immerhin sind viele Kommunen wegen ihrer angespannten finanziellen Situation zu schmerzlichen Einschnitten gezwungen. Ihnen steht also der Sinn nicht nach Festen. Der Gedanke aber, dass wir eben mehrfach in einem Jahr feiern werden, während andere Gemeinden sogar auf  Vieles verzichten müssen, kann schon Bauchschmerzen machen. Dennoch blieb es eine Ermessensentscheidung. Nicht umsonst sagt ja der Volksmund: "Man muss die Feste feiern, wie sie fallen". Unbedingt positiv war jedoch, dass überhaupt wieder einmal eine sachliche Aussprache mit Für und Wider zu Stande kam. Im Übrigen muss Großenhain den TdS nicht ausrichten. Es gab und gibt also auch keinen moralischen Zwang, Großenhain zu helfen".

Dienstag, 4. Mai 2010 : Anne Kolbe erhält Jugendpreis Freiberg. Anne Kolbe erhält am Samstag den Jugendpreis der Stadt Freiberg. Bereits seit ihrer Kindheit ist sie im Jugendrotkreuz des DRK aktiv. Für ihr langjähriges Engagement wird die 23-jährige Freibergerin und heutige Kreisjugendleiterin am Weltrotkreuztag ausgezeichnet Der Jugendpreis wird zum elften Mal verliehen. Erhalten können ihn Jugendliche oder Jugendgruppen im Alter von 14 bis 27 Jahren. Dotiert ist die Auszeichnung mit 250 Euro, bei Gruppen mit 500 Euro. Einreichungsfrist für Vorschläge ist jeweils der 31. Dezember des laufenden Jahres. Vergeben wird der Jugendpreis für uneigennützige Leistungen, die zum Gemeinwohl der Stadt beitragen, teilt die Pressestelle des Rathauses mit. (BK)

Der Beschluss zur Vergabe des Jugendpreises wurde durch den Stadtrat am 8.04., d.h. immerhin bereits vor einem knappen Monat gefasst. Diese Zeitspanne ist ein Beleg dafür, dass erfolgreiche Jugendarbeit leider keinen allzu großen öffentlichen Stellenwert hat. Es gilt die Maxime:Nur die schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht.
Am 6.05. erschien nun der unten stehende Artikel. An ihm ist überhaupt nichts auszusetzen- außer, dass er eben reichlich spät kommt. Wie heißt es aber so schön auf Neudeutsch: "Better late than never.."
Half dem Jugendrotkreuz in Freiberg mit auf die Beine
Anne Kolbe erhält am 8. Mai den Jugendpreis der Stadt Freiberg
VON MANDY LANGHOF
Der 8. Mai wird für Anne Kolbe ein besonderer Tag. Just am Weltrotkreuztag und im Rahmen des Jugendrotkreuz-Kreiswettbewerbes, den sie maßgeblich mit betreut, erhält die frisch gebackene Diplompsychologin den Jugendpreis der Stadt Freiberg. Vergeben wird er alljährlich an junge Leute, die sich uneigennützig für das Gemeinwohl engagieren. Anne Kolbe tut dies seit Jahren. Bereits in ihrer Kindheit zog es die heute 23-jährige zum Jugendrotkreuz. „1994 habe ich in einer Gruppe an meiner Grundschule begonnen und seither bin ich dabei", erzählt die Freibergerin. Neun Jahre später absolvierte sie eine Ausbildung zur Gruppenleiterin. Gemeinsam mit Isabel Thomas übernahm sie eine Jugendgruppe des DRK, die sie noch heute zusammen leiten. "Während unserer Ausbildung haben wir gespürt, dass das Jugendrotkreuz in Freiberg noch keine richtige Struktur hatte", erinnert sich die junge Frau. Gemeinsam habe man begonnen, die Mustersatzung des DRK-Landesverbandes anzuwenden und entsprechende Strukturen und Gremien einzurichten. 2004 wurde zum ersten Mal eine Kreisjugendleitung nach der neuen Satzung gewählt. Drei Jahre später wählten die Mitglieder Anne Kolbe zu dessen Vorsitzenden und damit zum Vorstandsmitglied. Als Kreisjugendleiterin ist sie Ansprechpartner für Gruppenleiter, fungiert als Bindeglied zwischen ihnen und dem Kreisverband, sorgt für die Aus- und Weiterbildung und kümmert sich um die Vorbereitung von Großveranstaltungen und die Nachwuchsarbeit. "Es ist schön, zu erleben, wie sich Kinder und junge Leute engagieren und selbst ihre Ideen einbringen", sagt Anne Kolbe. Im Jugendrotkreuz Freiberg arbeiten derzeit zwölf Gruppenleiter und etwa 220 Kinder und Jugendliche mit. Vor allem die Sechs- bis 16-Jährigen sind in Freiberg sehr aktiv", weiß die Preisträgerin.