KLASSENZIEL NICHT ERREICHT
Empörung über unerledigte Hausaufgaben
Kommentar von Gabriele Fleischer

Was kann es Besseres geben als einen ausgeglichenen Haushalt. Welche Kommune wünscht sich das nicht. Der Freiberger Finanzbürgermeister findet lobende Worte und Beispiele für den guten Stand der Bergstadt im sächsischen Vergleich. Die Rechnung aber geht trotzdem nicht auf. Welchen Anteil übernimmt die Stadtverwaltung selbst in Zeiten knapper Kassen, die alle Bereiche zum Sparen zwingt? Einige Abgeordnete machten gestern Abend ihrer Empörung über fehlende konstruktive Vorschläge aus dem Rathaus Luft. Ja, der eingesetzten Sparkommission wurde sogar ein glatter Fehlschuss attestiert. Von unerledigten Hausaufgaben und nicht erreichtem Klassenziel war da die Rede. Es reicht eben nicht, klug zu rechnen, wenn man sich dabei selbst nicht genügend durch leuchtet. Gerade dem Rathaus aber würden in Zeiten, in denen die Finanzlücken immer größer werden, konstruktive Vorschläge gut zu Gesicht stehen. Auch wenn die Decke überall zu kurz ist, für die Lücken müssen alle aufkommen. Nun muss sich die Verwaltung beeilen, ihr Gesicht zu wahren. Ende des FP-Zitats

Keine Angst, lieber Leser, solch krasse Töne gibt es heute weder im Stadtrat noch von der "Freien Presse". Das Zitat stammt aus dem Jahre 2004. Es ist hier nicht etwa in wehmütiger Erinnerung an "bessere Zeiten" angeführt, denn solche unsachliche, letztlich sogar haltlose Kritik nützt niemand. Wir stellen aber fest, dass heute nun wiederum über bedeutsame Angelegenheiten zu wenig debattiert wird. Markante Beispiele sind das Für und Wider eines Beitritts zur Klage gegen die "Reichensteuer" und die Frage der strategischen Verwendung unserer finanziellen Reserven. Es geht dabei gar nicht darum, mit seiner Meinung recht zu haben. Es geht darum, das Wissen, die Erfahrungen möglichst vieler beim Finden der Lösung zu nutzen. Das ist ein Vorteil der Demokratie, den zum Beispiel Barack Obama chinesischen Studenten erläuterte: "Natürlich würden die Mächtigen im Internet viel kritisiert, er jetzt auch. Aber nicht nur das Land werde dadurch besser, sondern auch der Präsident." Zitat

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