Unser Besuch im Theater

Von Arnd Böttcher

Den „ Brauch“ so genannter Betriebsbesuche aus früheren Legislaturperioden wieder aufnehmend, waren wir am 25.01.2011 im Rahmen einer Fraktionssitzung im Freiberger Stammhaus der Mittelsächsischen Theater – und Philharmonie GmbH. Die Geschäftsführerin, Frau Dr. Klecker, stellte uns einleitend ihr Unternehmen und dessen Entwicklung während der letzten Jahre dar. Seine wirtschaftliche Situation ist erfreulich stabil. Ihm gehören derzeit 175 Beschäftigte an. Das Ensemble umfasst annähernd 100 Künstler. Der größte Anteil entfällt davon auf das Orchester (45 Musiker + GMD). Zum Musiktheater gehören darüber hinaus noch 17 fest angestellte Sänger und der 16 Mitglieder umfassende Chor. Das Schauspielerensemble zählt 18 fest angestellte Mitglieder. Als Laie macht man sich im Allgemeinen keine Gedanken darüber, wie viel Arbeit noch hinter den Kulissen erforderlich ist, um eine Aufführung zum Erfolg werden zu lassen. Dafür braucht es die fleißigen Hände der Kulissenbauer, Maskenbildner, Kostümschneider usw. Zum Mittelsächsischen Theater gehören als feste Spielstätten in erster Linie die Stammhäuser in Freiberg und Döbeln. Hierzu kommen noch die Seebühne in Kriebstein, die Freiberger Nikolaikirche und neuerdings der Innenhof von Schloss „Freudenstein“. Besondere Vorstellungen finden in Lichtenwalde und zum Bergstadtfest statt. Das Orchester bestreitet außerdem alljährlich eine Aufführung im Freiberger Dom und ist im ganzen Landkreis Mittelsachsen unterwegs, so dass man schon von einem Orchestermarathon sprechen kann. Das Theater gestaltet im Jahr etwa 600 Aufführungen. Zweifellos ist dies ein gewaltiges Pensum. Natürlich sind dafür auch erhebliche finanzielle Mittel aufzuwenden – insgesamt reichlich neun Millionen Euro. Mit 5,3 Millionen stellt davon den „Löwenanteil“ der Kulturraum. Aus dem Haushalt der Stadt Freiberg fließen immerhin 1,3 Millionen Euro Zuschuss, 747.000 entfallen auf den Landkreis Mittelsachsen und 411.000 auf die Stadt Döbeln. Die eigenen Einnahmen erreichen ungefähr 900.000 Euro – das ist ein Wert, der sich durchaus auch im Vergleich sehen lassen kann. Am Schluss ihres Vortrags widmete sich Frau Dr. Klecker den möglichen Auswirkungen der angedachten Änderungen des Sächsischen Kulturraumgesetzes. Nach den bisherigen Einschätzungen wird davon Mittelsachsen weit weniger betroffen sein als etwa Leipzig. Im Folgenden haben dann die Mitglieder unserer Fraktion die Gelegenheit zu verschiedenen Fragen genutzt. Ein Großteil entfiel auf Personalbelange. Eine Besichtigung des Theaters rundete unseren gelungenen Besuch ab. Wir sind der Auffassung, dass Frau Dr. Klecker mit ihrem gesamten Team eine höchst erfolgreiche Arbeit leistet, die zur Lebensqualität in Freiberg und dem Landkreis Mittelsachsen maßgeblich bei trägt.

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