Nichts muss bleiben, wie es ist
Kollage
Das Jahr 1990 bestand aus einer wahren Kette unvergesslicher Erlebnisse. Zu ihnen zählt für mich die Teilnahme am Vereinigungsparteitag der SPD als Delegierter des Landesverbands Sachsen. Dieses historische Ereignis fand vom 27. bis 28. September in Berlin statt. Ich werde mich immer an die emotional bewegenden Reden Wolfgang Thierses, Hans-Jochen Vogels und natürlich Willy Brandts erinnern. Das Manifest zur Wiederherstellung der Einheit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands wurde einstimmig beschlossen. Der Parteitag gab uns Ostdelegierten nach den erlittenen Rückschlägen durch die Volkskammer- und Kommunalwahl neue Zuversicht. Wir fühlten eigentlich erstmals die Kraft der großen Gemeinschaft der Sozialdemokraten. Im Gegensatz zu den Blockparteien hatten wir ja bei "Null" angefangen. Seit der Wiedervereinigung unserer Partei und Deutschlands sind zwei Jahrzehnte mit Höhen und Tiefen für unsere Partei vergangen. Das gilt im Großen wie im Kleinen. Wir hatten Regierungsverantwortung im Bund und in Freiberg. Im Ergebnis gab es schwere Wahlniederlagen. Danach prophezeiten Übereilige das Ende der Sozialdemokratie...Übereilige, die vergessen hatten, das unsere Partei weit härtere Prüfungen wie etwa mehrere Verbote und die kommunistische Zwangsvereinigung überstand. Daran wurde ich erinnert, als ich nun auf Einladung des Bundesvorstands an der Feier zum zwanzigsten Jahrestag der Wiedervereinigung teilnahm. Alle Festredner von Sigmar Gabriel, über Wolfgang Thierse bis zu Hans-Jochen Vogel machten deutlich, dass die Partei die richtigen Lehren gezogen hat und sich erfolgreich neu aufstellte. Besonders beeindruckt war ich von der Rede Hans-Jochen Vogels. In sie mündeten die Erfahrungen von über acht Lebensjahrzehnten mit dem Fazit, dass wir Sozialdemokraten optimistisch in die Zukunft blicken können und als Deutsche auch Grund zur Freude haben. Schließen möchte ich meinen kleinen Bericht mit einer Zitat aus der Rede Sigmar Gabriels:"Gesetzmäßigkeiten in der Geschichte gibt es nicht. Die Zukunft ist offen. Gemeinsam, solidarisch können die Menschen Dinge zum Besseren wenden. Das ist eine zutiefst sozialdemokratische Botschaft. Und eine Ermutigung, weiterzuarbeiten für eine starke SPD in Ost und West, die sich der Freiheit zuerst verpflichtet fühlt."